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Feinmotorik: So lernen Kinder das Schleifebinden

Blog-Eintrag   •   Okt 22, 2019 07:30 CEST

sigikid Anzieh-Hase: So macht Lernen Spaß!

Schnürsenkel, Knopf oder Reißverschluss sind echte Herausforderungen für Kinderhände. Mit Fingerübungen und Reimen fällt das Lernen leicht.

Kinder werden jeden Tag selbstständiger. Sie wollen möglichst viel alleine machen: anziehen, essen mit Besteck, Laufrad fahren. Natürlich klappt nicht alles. Aber sie werden immer geschickter. Trotzdem gibt es Tage, an denen sich Eltern Sorgen machen. Müsste ihr Kind nicht längst eine Schleife binden können? Einen Reißverschluss öffnen und seinen Hosenknopf selbstständig schließen? Ab welchem Alter muss es solche feinmotorischen Kniffe beherrschen – und wie kann man sie üben?

Zunächst einmal: Jedes Kind hat sein eigenes Lerntempo. Wenn der Kita-Freund stolz seine Schuhe zubindet und sich die Jacke zuknöpft, heißt das nicht, dass ein gleichaltriges Kind das ebenfalls können muss. Das Schleifebinden ist nämlich eine feinmotorische Höchstleistung! Ein Kind braucht dafür räumliches Vorstellungsvermögen, eine gute Hand-Auge-Koordination und viel Geduld. Tugenden, die ihm nicht zu früh abverlangt werden sollten – das bringt nur Frust. In der Regel ist ein Kind ab einem Alter von vier bis fünf Jahren in der Lage, eine Schleife zu binden. Auch Knöpfe und Reißverschlüsse kann ein durchschnittlich entwickeltes fünfjähriges Kind öffnen und schließen, heißt es in einem Informationsblatt für Erzieher.

Kuscheltiere sind geduldige Lehrmeister

Trotzdem schaffen es heute sogar viele Grundschüler nicht, eine richtige Schleife zu binden. In unserer Zeit der Klettverschluss-Schuhe fehlen oft das Vorbild und die Motivation, um das richtig zu lernen. Weil aber nur Übung den Meister macht, kann mit Kindern gut an Lernfiguren geübt werden. Die flauschig weichen Kuscheltiere sind Spielkameraden und zugleich geduldige Lehrmeister. An ihnen lässt sich zeigen, wie man verschiedene Verschlüsse öffnet und schließt. Denn Hase, Bär und Affe haben viele Kleidungsstücke an, die allerhand zu bieten haben: Knöpfe am Ärmel, einen Schnürsenkel am Schuh, einen Reißverschluss an der Jacke.

Feinmotorik im Alltag trainieren

Aber schon bevor es wirklich um Knoten und Schleifen geht, sollte im Alltag ganz spielerisch die Feinmotorik trainiert werden. Damit kann im Kleinkindalter begonnen werden: Das Kind kann Sticker in ein Album kleben oder Schmuck basteln, indem es große Perlen auf eine Schnur fädelt. Gute Fingerübungen sind auch Kneten und Puzzeln. Die Hand-Auge-Koordination wird beim Bauen mit Legosteinen oder Bauklötzen gefördert. Alles Spiele, die nach der Krippe oder dem Kindergarten ganz einfach zu Hause gespielt werden können. Dann heißt es auch bei Schleife, Knopf und Reißverschluss bald: „Mama, ich kann das doch alleine!“


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